Stimmt´s oder stimmt´s nicht? Mythen rund um den Parkettlack

Wer Parkettböden verlegt oder selbst einen besitzt, weiß, dass man einen solchen Boden gegen äußere Einflüsse auch gut schützen muss. Das A und O ist dabei die optimale Oberflächenveredelung. Die einen setzen hierbei auf eine Imprägnierung mit speziellen Parkettölen oder -wachsen. Andere wiederum schwören eher auf einen hochwertigen Parkettlack zur effektiven Versiegelung.

Trotz der vielen Vorteile, die ein Lack als Parkettschutz mit sich bringt – wie z. B. die lange Haltbarkeit oder die einfache Pflege – ranken sich doch noch viele Mythen um den Parkettlack. Und mit diesen möchte ich heute aufräumen.


Mythos 1: Parkettlacke sind aufgrund ihrer Inhaltstoffe schädlich und gefährden deswegen Mensch und Umwelt

Es stimmt schon, dass die Lacke, die früher verwendet wurden, nicht frei von gesundheitsgefährdenden Inhaltsstoffen waren. Aber auf die modernen Parkettlacke, die heutzutage zum Einsatz kommen, trifft diese Aussage natürlich nicht mehr zu. Sie sind nämlich fast alle wasserbasiert:

D. h. sie bestehen zumeist aus einer Kunstharzdispersion mit einem Wassergehalt von ca. 55–70 %. Sie haben also nur noch einen sehr geringen Anteil an Lösemitteln (max. 15 %). Und das eben macht unsere heutigen Lacke sehr verbraucher- und umweltfreundlich.

Neben der „gesünderen“ Zusammensetzung der Parkettlacke haben sich zudem auch andere positive Eigenschaften verstärkt:
So verfügen die Wasserlacke beispielsweise über eine hervorragende Abriebs- und Chemikalienbeständigkeit und lassen sich außerdem leichter auftragen – obwohl sie kaum noch Lösungsmittel beinhalten.

Umwelt

Modernde Parkettlacke sind fast lösemittelfrei und damit für Mensch und Umwelt kein Problem – Bild: © Johannes Vortmann / pixelio


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Mythos 2: Da moderne Parkettlacke so widerstandsfähig sind, reicht eine einzige Lackschicht, um den Holzboden optimal vor äußeren Einflüssen zu schützen

Das wäre schön! Obwohl unsere heutigen Parkettlacke, egal ob als 2-K- oder 1-K-Variante, zwar sehr hoch entwickelt sind, genügt trotzdem auf keinen Fall nur ein einziger Lackauftrag. Wer seinen Holz- oder Parkettboden optimal schützen möchte, muss deswegen mehrmals (am besten drei Schichten) den speziellen Parkettlack auftragen.

Zudem sollte nach dem Auftrag der vorletzten Lackschicht der Boden professionell angeschliffen werden – nur so kann die letzte Parkettlackschicht den Boden optimal benetzten. Und nur so ist im Endeffekt das Parkett auch ausreichend vor Schmutz und Feuchtigkeit geschützt.


Mythos 3: Wer einen lackierten Boden hat, muss diesen bei Schäden komplett abschleifen. Anders lassen sich die Böden nicht „retten“

Das ist abhängig vom Schadensumfang. Kleinere Katzer oder Dellen lassen sich schon mit einfachen Hausmittelchen beheben. So helfen bereits Möbelpolitur, Speiseöl oder auch ein Hartwachsstift bzw. Weichwachsstift in der entsprechenden Farbe zum Auffüllen von Rillen. Wie genau, könnt ihr hier erfahren.

Bei großen Schäden – wie z. B. nach einem Wasserrohrbruch – wird ein kompletter Abschliff oder sogar die Neuverlegung von Parkett leider nicht vermeidbar sein. Aber bei solchen extremen Vorfällen hätte wahrscheinlich nichts den Boden wirklich schützen können.


Mythos 4: Ist ein Parkettboden einmal richtig versiegelt, ist er rundum vor äußeren Einwirkungen geschützt
Stöckelschuhe

Damit ein Parkettboden auch Stöckelschuhen trotzen kann, braucht er neben einem hochwertigen Parkettlack auch die richtige Pflege – Bild: © pauline / pixelio

Eines steht fest: Eine Lackversieglung schützt erst einmal sehr gut vor Schmutz und Feuchtigkeit. Aber damit allein ist es nicht getan. Denn damit die Versiegelung auch ausreichend schützen kann, muss sie wiederum richtig gepflegt werden.

Dafür gibt es spezielle Parkettpflege- und -reinigungsmittel: Sie bilden über der Versieglung einen schützenden Film, welcher für den Erhalt der Lackschicht und damit des Bodens unerlässlich ist.
Wichtig bei der Anwendung von Pflege- und Reinigungsmitteln ist, dass diese dann auch richtig auf den jeweiligen Holzboden sowie auf den aufgetragenen Parkettlack abgestimmt sind.

Die richtige Pflege von versiegelten Böden hat übrigens noch einen entscheidenden Vorteil: Sie hilft nämlich außerdem, rechtlich gesehen, beim Geltendmachen von Ersatzansprüchen, wenn während der Garantiezeit die Lackschicht Schaden genommen hat.



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