Restfeuchte im Estrich prüfen

(Nass-)Estriche müssen vor dem Verlegen von Parkett, Fliesen oder anderen Bodenbelägen richtig gut trocknen. Ansonsten sind Folgeschäden vorprogrammiert. Das können z. B. bei Holz Quellungen, Fugenbildungen oder sogar Kohäsionsbrüche sein. Elastische Beläge neigen bei einem zu feuchten Untergrund zu unschönen Blasenbildungen. Diese Mängel zu beheben ist kostspielig. Deswegen ist die gründliche Prüfung der Restfeuchte im Boden unerlässlich.


Belegereife = Gehalt der Restfeuchte

Nassestrich

Ein frischer (Nass-)Estrich muss richtig trocknen bevor er weiter bearbeitet werden kann

Einen Estrich kann man erst belegen, wenn er richtig getrocknet ist – erst dann ist er „reif“. Als Beurteilungsmaßstab für diese sogenannte Belegereife gilt der Gehalt der Restfeuchte im Estrich. Man sagt, ca. 4–8 Wochen nach der Abbindephase des jeweiligen Estrichs ist die Restfeuchte so weit reduziert, das man den Boden weiter bearbeiten kann.

Als Faustregel gilt: Bei einem geeigneten Raumklima (> 18 °C Temperatur, 65 % Luftfeuchte) braucht es eine Trockenzeit von ca. 1 Woche pro 1 cm Estrich. Bei mehr als 4 cm dicken Estrichen müssen zusätzlich 2 Wochen Trockenzeit nach der Abbindephase für jeden weiteren cm berechnet werden. Zudem spielen aber auch die Estrichart, ob die Konstruktion unbeheizt oder beheizt ist, und die spätere Belagsart eine entscheidende Rolle.

Und: Eine lange Trockenzeit garantiert noch lange keinen trockenen Boden, denn ein ungünstiges Raumklima kann diese erheblich verlängern! Deswegen ist die professionelle Prüfung der Restfeuchte sehr wichtig.



Messmethoden der Restfeuchte im Estrich

Es gibt verschiedene Methoden, um die Restfeuchte im Estrich zu messen, wie die Darr-Prüfung beispielsweise. Sie ist zwar sehr sicher und genau, dafür aber kaum praktikabel, da man dafür ein Labor benötigt. Zudem gibt es verschiedene elektrische und elektronische Messgeräte, die sich hervorragend für eine Schnellprüfung eignen. Sie reichen jedoch nicht zum Nachweis eines verlegereifen Bodens aus.


Das einzig zugelassene und allgemein anerkannte Verfahren für Estriche, um die Restfeuchte zu bestimmen, ist die Messung mit einem Calciumcarbid-Messgerät (CM-Gerät).

Bei dieser CM-Messung, die normativ vorgeschrieben ist, wird eine bestimmte Menge Estrich entnommen, zerkleinert und unter Zugabe von Calciumcarbid in einem Gefäß aufgeschüttelt. Im Anschluss misst man den dadurch entstandenen Manometerdruck und rechnet ihn in CM-% (Einheit für die Restfeuchte) um.

Die Werte für die zulässige Restfeuchte betragen dabei beispielsweise bei Zementestrichen < 2 CM-% und bei Calciumsulfatestrichen < 0,5 CM-% – für unbeheizte Bodenkonstruktionen. Für beheizte bei Zementestrichen < 1,8 CM-% und bei Calciumsulfatestrichen < 0,3 CM-%.

Hyrdomette BL Compact

Elektronische Messgeräte, wie die Hyrdomette BL Compact, eignen sich bestens für eine Schnellprüfung der Restfeuchte

Um ganz sicherzugehen, kann der Fachmann (bei unbeheizten Bodenkonstruktionen) aber auch mit speziellen Grundierungen, wie dem BASE Pri PU (hier nur bis 4 CM-%) oder BASE Pri 2K Block gegen (überhöhte) Restfeuchtigkeit im Zementestrich zusätzlich absperren.




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