Klick-Vinyl Boden

[Katarzyna Białasiewicz] © 123RF.com


Trendiges Design und einfache Verarbeitung: das Verlegen von Klick-Vinyl

Was ihre Beliebtheit angeht, haben Vinyl- und PVC-Böden nicht unbedingt eine lineare Karriere hingelegt. Doch der vornehmlich in den 60ern beliebte Bodenbelag erlebt seit einigen Jahren ein Revival: er gilt nun als umweltverträglicher, cooler Designerboden und punktet durch seine gestalterische Vielfalt. Durch die Entwicklung von Klick-Vinyl kann man sich den trendigen Boden besonders einfach in die eigenen vier Wände holen. Wie das geht, beschreiben wir im Folgenden:


Gibt es einen Unterschied zwischen PVC und Vinyl?

Vinyl und PVC werden meistens synonym benutzt und bezeichnen im Normalfall Böden aus der gleichen Stoffzusammensetzung, die die Bezeichnung Polyvinylchlorid trägt: ein thermoplastischer Kunststoff, der besonders spröde und hart ist. Normalerweise werden ihm Weichmacher zugesetzt, um ihn elastisch zu machen. An der Oberfläche des PVCs ist eine Schicht aus Vinyl aufgebracht, um ihn unempfindlich gegen alltägliche Belastungen zu machen. So kann er unter den richtigen Voraussetzungen auch in Feuchträumen und beispielsweise Küchen verlegt werden.


Die Vorteile von Klick-Vinyl Böden

Der robuste Vinylboden besitzt viele Pluspunkte eines praktischen und alltagstauglichen Bodens.

  • Er ist angenehm fußwarm
  • Die große Bandbreite an tollen Designs: für jeden ist etwas dabei
  • Klick-Vinyl dämmt Schall und ist dank seiner Elastizität leise.
  • Der Bodenbelag schont die Gelenke
  • Er ist extrem robust, belastbar und langlebig
  • Durch seine antibakteriellen Qualitäten ist er für Allergiker gut geeignet
  • er kann dank seines geringen Querschnitts z.B. auch auf Fußbodenheizungen verlegt werden
  • Klick-Böden erleichtern die Verlegung, die auch von Laien durchgeführt werden kann.
  • Es gibt bereits recyclebare Klick-Vinyl Böden, die ganz besonders emissionsarm sind.

Wichtig: Beim Kauf sollte unbedingt beachtet werden, dass Böden das CE- sowie das Ü-Zeichen besitzen. Sie stehen jeweils für den Ausschluss von Schadstoff- und Emissionsbelastungen im Bodenmaterial und für die bauaufsichtliche Zulassung durch deutsche Behörden. Böden, die in der EU gefertigt wurden, entsprechen in der Regel diesen Kriterien.


Klick-Vinyl verlegen in 6 Schritten

Die Materialliste für das Verlegen von Klick-Vinyl

  • Cuttermesser
  • Gummihammer
  • Zugeisen
  • Schlagklotz

  • Abstandshalter
  • Winkel
  • Zollstock
  • Bleistift


Schritt 1: Die Entfernung des alten Bodenbelags

Zunächst sollten alte Bodenbeläge entfernt werden. Dazu muss als erstes die bestehende Sockelleiste abmontiert werden. Tapeten können direkt über der Leiste etwas angeschnitten werden, damit sie keinen Schaden nehmen. Nägel werden wegen der Verletzungsgefahr zunächst mit einer Kneifzange herausgezogen. Die Leiste selbst kann dann einfach mit einem Spachtel oder einem Stechbeitel ab gehebelt werden. Mit einer Reißklaue oder einem Teppichmesser werden die alten Beläge dann in dünnen Streifen abgezogen und gehören als Sperrmüll entsorgt. Sind doch noch Kleberückstände vorhanden, können diese mit einem Spachtel abgetragen werden. Aber auch die Verwendung eines Exzenterschleifers mit einem Schleifmittel in 60er Körnung, oder die Verwendung einer Einscheibenmaschine sind denkbar.
Tipp: Beim Abreißen des Altbodens sollte man an Ersatzklingen denken: das Werkzeug wird dabei schnell stumpf.


Schritt 2: Die Vorbereitung des Untergrunds für das Verarbeiten von Klick-Vinyl

Klick-Vinyl verlegen

Klick-Vinyl verlegen

Nach dem Abreißen des alten Bodens und dem Entfernen alten Klebers, sollte am Boden nachgemessen werden, ob er auch wirklich komplett glatt ist. Abweichungen von mehr als 3 mm sowie größere Fugen erschweren das Verlegen des PVCs. In diesem Fall muss er nochmals ausgeglichen werden. Dafür hat RETOL gut geeignete Spachtelmassen wie die RETOL BASE Concrete oder die RETOL BASE Concrete CA im Angebot, die sich jeweils auch für elastische Böden eignen. Muss die Ausgleichsmasse verwendet werden, so sollten alle Herstelleranweisung zu Trockenzeiten etc. genauestens beachtet werden. Möglich ist auch der punktuelle Ausgleich mit einer geeigneten Masse. Bevor es mit der Verlegung losgeht sollte der Untergrund schließlich trocken, eben, frei von Staub und tragfähig sein. Unebenheiten, die danach immer noch zu sehen sind, können wiederum mit einem Exzenterschleifer ausgeglichen werden.


Schritt 3: Das Klick-Vinyl akklimatisieren lassen

Ist der gewünschte Boden bereits angeliefert, dann sollte er sich nun akklimatisieren. Klick-Vinyl „mag“ beim Verlegen nur beheizte Räume. Dazu liegt er bei 18-25 Grad zwischen 24 und 48 Stunden in der Wohnung. Gern kann man die Klick-Vinyl Platten in diesem Schritt auch bereits durchmischen, damit sich die Muster nicht wiederholen, wie zum Beispiel bei Fliesenmustern o.Ä.


Schritt 4: Die Trittschalldämmung

Eine Dämmung unter dem Klick-Vinyl verhindert lästiges Knarzen bei Betreten des Bodens und schützt auch Bewohner anderer Stockwerke vor Schrittgeräuschen. Die Trittschalldämmungsrollen werden parallel zueinander im Raum ausgebreitet, bis der gesamte Boden bedeckt ist. Sie werden dann an der Wand zugeschnitten. Mit Klebeband werden die einzelnen Rollen an den Kanten zu einer durchgängigen Fläche zusammengeklebt. Dies gelingt am besten mit der zugehörigen Klebebandrolle.


Schritt 5: Das Verlegen der Klick-Vinyl Zuschnitte

  • Zunächst wird die Verlegerichtung festgelegt, je nachdem, wie der Raum wirken soll.
  • Die erste Reihe wird mit der Feder zur Wand gelegt.
  • Die letzte Platte der Reihe wird einfach passend zugeschnitten. Dies funktioniert bei Klick-Vinyl ganz leicht, indem die Platte mit dem Cutter gerade eingeritzt wird. Sie kann dann einfach an der entsprechenden Stelle abgeknickt werden und bricht ohne größeren Kraftaufwand.
  • Zur Wand sollten zwischen 3-10mm Abstand gehalten werden. Dies kann jeweils mit den kleinen Abstandhaltern bewerkstelligt werden.
  • Die Folgereihen werden dann einfach im Versatz verlegt und jeweils nach Nut und Federprinzip angeklickt. Der Versatz verstärkt den Halt, den die Platten aufeinander ausüben. Jede neue Reihe wird angeklickt und mithilfe von Schlagklotz und Hammer „eingerastet“.
  • Wo sich Kanten und Gegenstände wie Heizungsrohre oder Türrahmen befinden, wird Maß genommen und die Platte exakt zugeschnitten. Löcher für Rohre können einfach auch mit dem Cutter oder der Schere eingebracht und mit Heizungsrosetten verstärkt werden.
  • Die letzte Platte wird so verlegt, dass wiederum etwas Abstand zur Wand eingehalten werden kann. Dabei wird an der letzten Reihe ein Zugeisen angesetzt und so alle Platten nochmals zusammengetrieben.


Schritt 6: Anbringen der Sockelleisten und der Schwellenprofile

Normalerweise gehören zum gelieferten Klick-Vinyl auch Sockelleisten dazu. Sie werden am Ende entweder mit einem Elektronagler, mit Montagekleber, oder ebenfalls im Klicksystem angebracht. Passende Türprofile werden an entsprechender Stelle angebracht, aber nicht eingeschraubt. Dabei ist auch wiederum der 3 mm Abstand des Vinyls zum Rand wichtig.


Die Reinigung und Pflege von Klick-Vinyl

Klick-Vinyl sollte möglichst nicht nass, sondern nebelfeucht gereinigt werden. Verwendete Reinigungsmittel sollten keine Lösemittel oder Glyzerin enthalten. Dabei hat RETOL auch schonende, für PVC geeignete Reinigungsmittel, wie den RETOL CARE Cleaner Universalreiniger im Angebot. Geschützt wird der Boden in der Benutzung durch das Vermeiden großer Belastungen, wie beispielsweise durch Kunststoffmatten gegen die Einwirkung von Stuhlrollen. So wird der Nutzer sich lange an dem widerstandsfähigen, angenehmen und stylischen Boden erfreuen.


Weitere Artikel