Parkett schwimmend verlegen

In letzter Zeit wurde ich häufiger gefragt, was es bedeutet, sein Parkett „schwimmend zu verlegen“ und was die Vor- und Nachteile dieser Methode sind. Nun könnte ich es mir einfach machen und lediglich auf die Definition der „schwimmenden Verlegung“ in unserem Parkett-Glossar verweisen. Da es aber doch öfters Unklarheiten zur schwimmenden Verlegung von Parkett gibt, möchte ich das Thema an dieser Stelle noch ein wenig ausführen und näher erläutern.


Was bedeutet „Parkett schwimmend verlegen“?

Ganz allgemein bezeichnet man es als schwimmende Verlegung, wenn die einzelnen Parkettelemente (gehen wir an dieser Stelle mal von Fertigparkett-Elementen aus …) nur miteinander verbunden und nicht fest mit dem Untergrund verklebt werden. Die Elemente schwimmen daher gewissermaßen auf dem Untergrund. Den Gegensatz zu dieser Verlegeart bildet die so genannte vollflächige Verklebung. Bei dieser wird – wie der Name schon sagt – das Parkett mit Parkettklebstoff auf geeigneten Untergründen verklebt.

Früher gab es darüber hinaus auch noch die Vernagelung des Parketts mit einer Unterkonstruktion aus Holz. Da das heute aber praktisch keine Rolle mehr spielt, lasse ich diese Verlegeart einmal außen vor.

Parkett wird häufig schwimmend verlegt, wenn der Untergrund sich nicht mehr für eine vollflächige Verklebung eignet, beispielsweise in Altbauten mit spröden oder gerissenen Estrichen. Aber auch wenn ein Parkettleger einen alten Estrich nicht beurteilen und dementsprechend richtig vorbereiten kann, wird häufig auf diese Verlegeart zurückgegriffen.

Parkett schwimmend verlegen

Parkett schwimmend verlegen – Bild: © Rainer Sturm / PIXELIO

Die schwimmende Verlegung von Parkett hat gegenüber dem Verkleben Vorteile, aber auch einige Nachteile, die man für den Einzelfall abwägen sollte. Die Entscheidung, wie der Boden verlegt wird, muss dabei unbedingt vor der Wahl einer bestimmten Parkettart getroffen werden, da Parkett häufig bei der Herstellung für eine bestimmte Verlegeart konzipiert wird:

Ein Parkettboden, der für die vollflächige Verklebung ausgelegt ist, lässt sich normalerweise nicht schwimmend verlegen. Parkett, das für eine schwimmende Verlegung gedacht ist, kann man hingegen meist auch verkleben. Jedoch geben viele Hersteller ihre entsprechenden Böden nicht dafür frei, was bei eventuellen Schäden zu Problemen wie einem Garantieverlust führen kann. Allgemein eignen sich vor allem dickere Parkettarten, z. B. Massivdielen oder dreischichtiges Mehrschichtparkett, für die schwimmende Verlegung.


Was sind die Vor- und Nachteile einer schwimmenden Verlegung?

Hier habt ihr zuerst einmal eine kleine Übersicht über die Vor- und Nachteile einer schwimmenden Verlegung von Parkett, bevor ich dann im Anschluss noch etwas detaillierter auf einzelne Punkte eingehe:

Vorteile
• Verlegung an sich ist einfacher
• Ansprüche an den Untergrund sind geringer, ebene Fläche aber Voraussetzung
• Kostenersparnis durch geringeren Klebstoffverbrauch
• Gesundheitsvorteile durch geringeren Klebstoffverbrauch
• Höhere „Flexibilität“, d. h. schnellere Demontage
• Nachträglich zusätzliche Dämmungen (Wärme, Schall, Feuchte) montierbar


Nachteile
• Geringere Lebensdauer des Bodens, damit langfristig höhere Kosten
• Höherer Trittschall
• Geringes Nachfedern beim Betreten
• Größere Einbauhöhen (Parkett oft dicker durch zusätzliche Zwischenlagen)
• Quellen und Schwinden über die gesamte Fläche
• Höherer Wärmedurchlasswiderstand über Fußbodenheizung


Parkett schwimmend verlegen – die Vorteile

Die schwimmende Verlegung ist die einfachste Art der Verlegung von Parkett, die auch von Laien und engagierten Heimwerkern mit etwas Sorgfalt und Engagement ausgeführt werden kann. Auch wenn an den Untergrund geringere Ansprüche als bei einer Verklebung gestellt werden, so ist doch die oberste und wichtigste Voraussetzung, dass dieser vollkommen eben ist, bevor das Parkett verlegt wird. Für das Ebnen eignet sich selbstverlaufende Spachtelmasse, die im besten Fall auch emissionsarm ist. Nachdem diese getrocknet ist, kann mit der schwimmenden Verlegung begonnen werden.

Zum Schutz vor Feuchtigkeit und Trittschall empfiehlt es sich, entsprechende Folien auf dem Untergrund bzw. unter dem Holz anzubringen, wenn man sein Parkett schwimmend verlegen möchte. Anschließend kann bereits mit der Verlegung des Parketts selbst begonnen werden. Da schwimmend verlegtes Parkett zum Quellen und Schwinden und damit zu Fugenbildung neigt, ist es besonders wichtig, eine Randfuge von ca. 1,5 cm einzuhalten. Will man Parkett schwimmend verlegen, so ist der geringere Kleberverbrauch ein weiterer Vorteil: Denn die Elemente werden höchstens untereinander verklebt (Ausnahme: bei Kantenverriegelungssystemen, Klickparkett), nicht aber mit dem Untergrund.

Dieser verringerte Verbrauch schont zum einen den Geldbeutel und zum anderen die Gesundheit der Verarbeiter und Bewohner (wobei lösemittel- und emissionsarme Parkettkleber heute eigentlich Standard sein sollten - zumindest sind sie das bei RETOL). Die Verleimung der einzelnen Parkettelemente unterscheidet sich je nach Parketthersteller, weshalb hierfür die entsprechenden Anleitungen und Ratschläge beachtet werden sollten. Bei der Wahl des richtigen Klebers sollte man sich auf jeden Fall stets beraten lassen: Einerseits drohen nämlich bei der falschen Wahl Risiken wie die Bildung schwarzer Fugen, andererseits sollte der Kleber immer möglichst lösemittelarm sein.. Denn selbst wenn weniger Parkettkleber verarbeitet wird, so ist es natürlich trotzdem besser, wenn dieser wenig Lösemittel enthält.

Ein weiterer Vorteil von schwimmend verlegtem Parkett ist die schnellere Demontage des Bodens: Sollte man sich nach ein paar Jahren doch einmal „satt gesehen haben“ am Boden oder falls es andere Gründe dafür gibt, einen neuen Boden zu verlegen, so lässt sich das Parkett relativ zügig und rückstandslos entfernen.


Parkett schwimmend verlegen – die Nachteile

Diesen Vorteilen stehen jedoch auch einige Nachteile gegenüber, derer man sich bewusst sein muss, wenn man Parkett schwimmend verlegen möchte. Hier ist zuerst der erhöhte Trittschall zu nennen, der bei der schwimmenden Verlegung auftritt...

Er entsteht, weil schwimmend verlegte Böden beim Begehen immer etwas nachgeben und auf dem Untergrund „aufschlagen“. Dieses Nachgeben wird von einigen Menschen als unangenehm empfunden, von anderen wiederum als sehr angenehm und gelenkschonend beschrieben. Dennoch muss man sich natürlich darüber im Klaren sein, dass dadurch auch ein gewisser Schall erzeugt wird, der sich sogar auch auf darunter liegende oder seitlich angrenzende Räume übertragen kann. Dieses Problem lässt sich jedoch durch eine effektive Trittschalldämmung weitgehend beheben.

Problematisch kann ein schwimmend verlegtes Parkett auch in Verbindung mit einer Fußbodenheizung sein: Durch die zahlreichen Schichten sowie die Zwischenräume ist die Wärmeabgabe der Heizung an den Raum schlechter, was zu erhöhten Heizkosten führen kann.

Am schwersten wiegt jedoch, dass Parkett weniger langlebig ist, wenn es schwimmend verlegt wird. Dies hängt mit der mechanischen Belastung zusammen, durch die die Fugen sich im Laufe der Zeit ausdehnen und so das Wasser leichter eindringen kann.

Diese kürzere Lebensdauer des schwimmend verlegten Parketts ist sicher der Hauptgrund, warum auch heute noch die Mehrzahl der Parkettböden verklebt wird. Denn nicht nur die Langlebigkeit ist gerade ein Grund für die Wahl von Holz als Bodenbelag, sondern mit der Verlegung von Parkett sind natürlich auch gewisse Kosten verbunden, weshalb die Verklebung langfristig meist für geringere Kosten sorgt.

Fußbodenheizung

Bei einer Fußbodenheizung empfiehlt sich die schwimmende Verlegung von Parkett nur bedingt – Bild: © Rainer Sturm / PIXELIO


Fazit: Sollte man Parkett schwimmend verlegen?

Grundsätzlich hängt die Entscheidung, ob man sein Parkett schwimmend verlegen (lassen) sollte oder vollflächig verkleben (lassen) sollte, von den eigenen Vorlieben ab: Ist die einfache Verlegung ein wichtiger Grund und will man zudem (zu Beginn) den Geldbeutel schonen, dann ist die schwimmende Verlegung die richtige Wahl. Ebenso ist dies der Fall, wenn die Flexibilität eine Rolle spielt, der Boden also leicht ausgetauscht werden kann.

Wird jedoch die Langlebigkeit des Bodens und damit die langfristige Kostenersparnis als zentral angesehen, so ist sicherlich die vollflächige Verklebung des Parketts die richtige Wahl. Da diese Argumente bei einem Parkettboden normalerweise im Vordergrund stehen, bietet sich sicherlich für die meisten Parkettinteressenten die vollflächige Verklebung an.




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